Zudem kommt, dass bei dem getesteten LB die Präverenz in Pattaya und zumal MSM (auch wenn ich es nicht gerne schreibe bzw. zugebe, aber so ist es nunmal) einer Hochrisikogruppe zuzuordnen ist.
Dann sieht die Statistik sicher nochmal ganz anders aus.
Allerdings. Was folgt, sind Zahlenspielereien, die zeigen, dass die Wahrscheinlichkeiten,
die wir hier betrachten, stark von den betrachteten Bevölkerungsgruppen abhängen.
Man muss schon sehr genau hinsehen, um falsche Eindrücke zu vermeiden.
Über die Situation in Pattaya weiß ich nichts, aber schauen wir uns die Statistik für MSM (Männer, die Sex mit Männern haben) in Deutschland an:
In D gibt es etwa 40 000 000 Männer. Nehmen wir der Einfacheit halber an, dass 10% davon MSM sind, das sind 4 000 000.
Das RKI schätzt (siehe oben), dass 53 000 von 80 000 HIV-Positiven MSM sind.
Das sind, verglichen mit der angenommenen Gesamtzahl der MSM in D, immerhin 1,3%.
Bei 1 Mio. getesteten MSM erwarte ich also knapp 13 000 "richtig positive".
Das sind deutlich mehr als die immer noch fast 5000 zu erwartenden "falsch positiven".
Also, wenn ich nur MSM betrachte, ist ein positives Ergebnis wahrscheinlich richtig (Wahrscheinlichkeit 13/(5+13)=72%).
Sollte der Anteil der MSM an den Männern niedriger sein, steigt dieser Wert noch.
Wenn zum Beispiel nur 5% der Männer in D MSM sind, wäre für MSM die Wahrscheinlichkeit, dass ein positives Ergebnis richtig ist, 26/(5+26)=84%.
Für die nicht-intravenöse-Drogen-gebrauchenden Hetero-Männer (genauer: die Männer, die sich bei heterosexuellen Kontakten angesteckt haben):
Geschätzt 8000 Infizierte verteilen sich auf ca. 36 Mio., das sind 0,02%.
0,02% von 1 Mio. zufällig ausgewählten hetero-und-nicht-intravenöse-Drogen-gebrauchenden Männern sind 200 (zu erwartende Infizierte).
Die erwartete Anzahl der falsch positiven bleibt gleich, daher ist der erwartete Anteil der korrekt positiven Ergebnisse 200/(200+5000) = 4%.
Für nicht-intravenöse-Drogen-gebrauchende Frauen:
Da das RKI FSF (Frauen, die Sex mit Frauen haben) nicht getrent betrachtet, lassen sich FSF nicht von Hetero-Frauen trennen.
Geschätzt 11 000 infizierte nicht-intravenöse-Drogen-gebrauchende Frauen verteilen sich auf ca. 40 Mio., das sind etwa 0,03%.
0,03% von 1 Mio. zufällig ausgewählten nicht-intravenöse-Drogen-gebrauchenden Frauen sind 300 (zu erwartende Infizierte).
Die erwartete Anzahl der falsch positiven bleibt gleich, daher ist der erwartete Anteil der korrekt positiven Ergebnisse 300/(300+5000) = 6%.