Wahrscheinlich werde ich gleich verbal angemacht, aber diese Diskussion um Kapazitäten und mathematische Funktionen geht eigentlich am Problem vorbei. Schlicht und einfach geht es um Menschen, deren Leben gefährdet ist und das geschützt werden muss. Ich möchte alle die Poster einmal hören, was sie sagen, wenn die Partnerin, Kinder, Freunde oder Angehörige elend an der ECMO hängen. Ich bin im Rettungswesen und habe gestern einen 44 jährigen Mann ohne Vorerkrankungen, Nichtraucher, Schlank, Freizeitsportler, in die Uniklinik gefahren. Heute habe ich gehört, das sich über Nacht sein Zustand derart verschlechtert hat, dass er an der Beatmung liegt. Erzählt einmal seiner Ehefrau von euren Thesen. Was sagt ihr der Mutter eines sieben Jahren alten Mädchens mit Herzfehlbildung, dass vor einigen Wochen an einer Coronainfektion verstorben ist? Sagt ihr dann auch, dass es an der Vorerkrankung gelegen hat? Ohne Corona wäre das Mädchen vielleicht 70 Jahre geworden. Oder erklärt ihr dieser Frau die mathematische Wahrscheinlichkeit, an Corona zu erkranken und zu versterben?
Mir gehen in der Freizeit die Masken auch auf die Nerven, das alte Leben vermisse ich sehr. Wir sollten froh sein, dass wir gesund sind und uns so verhalten, dass wir es bleiben. Damit leisten wir den besten Beitrag zur Beendigung dieser Krise und wir können wieder ganz locker das tun, wofür wir hier im Forum sind ;-)
Definitiv schreckliche Krankheitsverläufe, bin ich komplett bei Dir.
Trotzdem ist dem gegenüberzustellen, ob man dafür eine 500-Millionen-people Volkswirtschaft aufs Äußerste gefährdet.
Genau mit deiner Schilderung soll das nämlich legitimiert werden.
So muß eben hinterfragt werden dürfen, welcher Preis für was zu bezahlen eine Gesellschaft bereit ist.
Es gibt außer den vielen Kranken auch noch ein paar Gesunde, die den Restscheiß am laufen halten müssen.
