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HIV Ansteckungsrisiko bei Kinderwunsch - Frage zu Reportage

Gestartet von douglas490 · 14.02.2015 · 9 Beiträge · 4.413 Aufrufe

Beiträge
Ich habe heute eine Reportage gesehen und daraufhin ein wenig gegoogelt, aber absolut nichts darüber gefunden. In der Reportage wurde gesagt, das HIV positive Frauen gesunde Kinder zur Welt bringen können, bei rechtzeitiger Behandlung. Mich würde mal interessieren, warum das Kind von einer HIV positiven Frau nicht automatisch auch HIV hat? Scheidenflüssigkeit und Sperma sind ja quasi mit dem HIV Virus versetzt, da wundert mich das etwas.
Was ich ausserdem nicht gefunden habe, was ist wenn der Mann positiv ist? Denn das Sperma ist ja der "Übeltäter" bei den Ansteckungen im Geschlechtsverkehr, Sperma vereint sich ja mit der Eizelle der Frau - ist das Baby dann evtl. HIV positiv und die Frau eben nicht? (weil die Frau sich nicht ansteckt beim Verkehr).


Anderes Thema:
Übrigens, laut dieser Quelle bestehen folgende Ansteckungsrisiken: http://www.dr-bernhard-peter.de/Apotheke/HIV/hiv-ans.htm
Aufnehmender Analverkehr mit einem HIV positiven Partner; je Kontakt 0,82 % (0,24 % - 2,76 % Konfidenzintervall) bzw. 0,93 % je nach Studie
Aktiver Analverkehr mit unbekannt positivem Partner:
je Kontakt 0,27 % (0,06 % - 0,49 %) bzw. 0,24 (0,05 % - 0,43 %) je nach Studie (USA)
Geschützter Analverkehr:
je Kontakt 0,18 % (Kondomversagen)
Ungeschützter aktiver Vaginalvekehr mit positiver partnerin:
je Kontakt 0,03 % - 5,6 %

Krasse Zahlen, unerwartet gering. Ist sowas aussagekräftig?
Zuletzt bearbeitet von douglas490 am 14.02.2015, 02:06
ich wollte eig in Gesundheitsthreads nicht mehr klugscheissern. Aber weil Du so lieb fragst, tue ich es doch:

HIV ist im Sperma, aber nicht in den einzellenen Spermien, da hiv nur CD4-positive (Immun-)zellen angreifen kann. Es kann also Einzellen nicht befallen.

Während der Schwangerschaft ist das Kind auch wegen der Plazenta-Schranke (Googlet mal Plazenta) zwischen Mutter und Kind geschützt. (in den meisten Fällen zumindest)
Kinder infizieren sich am ehesten bei der Geburt, wenn sie mit dem Blut der Mutter in Verbindung kommen. Daher macht man einen Kaiserschnitt, damit das Kind nur kurz dem Blut der Mutter ausgesetzt ist.

Zum anderen Thema:

Ungeschützter aktiver Vaginalvekehr mit positiver partnerin:
je Kontakt 0,03 % - 5,6 %
Nehmen wir einfach mal 1%. Eine HIV-positive Nutte aus einem AO-Puffs fickt 10x am Tag. Das sind 300x im Monat. Damit steckt sie 3 Männer im Monat und 36 Männer im Jahr an.
Zuletzt bearbeitet von abrotzer am 14.02.2015, 14:35
Es gab mal in Polen den folgenden Fall. Zwei HIV postive Huren haben reichlich viele Männer AO bedient. Als das Ganze aufflog, gab es eine riesige Testaktion, zu der in den öffentlichen Medien aufgerufen wurde. Einige hundert Männer meldeten sich freiwillig. Von ihnen waren nur einige ganz Wenige (Zahlen weiß ich nicht mehr) positiv. Bei ihnen ist ja auch nicht klar ob sie sich bei den Huren angesteckt haben. Jedenfalls ließ die Zahl darauf schließen das die Ansteckungshäufigkeit eher bei deutlich unter einem Prozent lag. Dies ist aber keine Gewähr dafür das dies immer so ist. Dies hängt vom Infektionsstatus des Spenders und sonstigen anderen Krankheiten ab, die Virenspender und Empfänger haben. Auch die Art und Intensität der Sexualpraktiken haben dabei einen Einfluss. Es ist und bleibt so etwas wie "russisch Roulette" was wir alle hier spielen.
Zuletzt bearbeitet von giovanni am 14.02.2015, 10:43
Vielen Dank für die Antworten. Also kann ein HIV-positiver Mann ein gesundes Baby zeugen , und dabei mit Glück auch seine Partnerin nicht anstecken?

Zu dem anderen... Ja, ich habe gelesen das auch viel davon abhängt ob die positive Person die Medikamente einnimmt etc. - das senkt natürlich das Risiko. Verständlich. "Schnellspritzer" sind demnach kaum einem Risiko ausgesetzt, weil sie ihn ja nur sehr kurz reinhalten ;)
Ich habe heute eine Reportage gesehen und daraufhin ein wenig gegoogelt, aber absolut nichts darüber gefunden. In der Reportage wurde gesagt, das HIV positive Frauen gesunde Kinder zur Welt bringen können, bei rechtzeitiger Behandlung. Mich würde mal interessieren, warum das Kind von einer HIV positiven Frau nicht automatisch auch HIV hat? Scheidenflüssigkeit und Sperma sind ja quasi mit dem HIV Virus versetzt, da wundert mich das etwas.
Was ich ausserdem nicht gefunden habe, was ist wenn der Mann positiv ist? Denn das Sperma ist ja der "Übeltäter" bei den Ansteckungen im Geschlechtsverkehr, Sperma vereint sich ja mit der Eizelle der Frau - ist das Baby dann evtl. HIV positiv und die Frau eben nicht? (weil die Frau sich nicht ansteckt beim Verkehr).


Anderes Thema:
Übrigens, laut dieser Quelle bestehen folgende Ansteckungsrisiken: http://www.dr-bernhard-peter.de/Apotheke/HIV/hiv-ans.htm
Aufnehmender Analverkehr mit einem HIV positiven Partner; je Kontakt 0,82 % (0,24 % - 2,76 % Konfidenzintervall) bzw. 0,93 % je nach Studie
Aktiver Analverkehr mit unbekannt positivem Partner:
je Kontakt 0,27 % (0,06 % - 0,49 %) bzw. 0,24 (0,05 % - 0,43 %) je nach Studie (USA)
Geschützter Analverkehr:
je Kontakt 0,18 % (Kondomversagen)
Ungeschützter aktiver Vaginalvekehr mit positiver partnerin:
je Kontakt 0,03 % - 5,6 %

Krasse Zahlen, unerwartet gering. Ist sowas aussagekräftig?

Bei den Zahlen müssen alle RTC Dienstleisterinnen HIV positiv sein. Nach den regelmäßigen Tests ist dem aber nicht so.

Irgendwo liegt der Fehler ...
Der Thread gehört eigentlich in den Unterbereich "Gesundheitsthemen", wenn da mal ein Mod...
wenn der Mann positiv ist? Denn das Sperma ist ja der "Übeltäter" bei den Ansteckungen im Geschlechtsverkehr...

Nicht nur. Durch kleine Verletzungen oder Krankheiten können auch andere Körperflüssigkeiten wie Blut oder Sekret den Weg zum und ins Gegenüber finden, selbst wenn er gar nicht drin kommt.
Übrigens, laut dieser Quelle bestehen folgende Ansteckungsrisiken: http://www.dr-bernhard-peter.de/Apotheke/HIV/hiv-ans.htm ...
Krasse Zahlen, unerwartet gering. Ist sowas aussagekräftig?

Interessante Quelle, Danke! Solche Zahlen habe ich vor Jahren auch mal gelesen, weiss aber nicht mehr wo. Wenn die Zahlen wesentlich höher lägen, wäre HIV weiter verbreitet, vermute ich.
Es bleibt trotzdem riskant.
Bei den Zahlen müssen alle RTC Dienstleisterinnen HIV positiv sein. Nach den regelmäßigen Tests ist dem aber nicht so.
Irgendwo liegt der Fehler ...

Was heißt "RTC"? Und welche regelmäßigen Tests meinst du?
Alle veröffentlichten Zahlen sind nur sehr sehr grobe Abschätzungen. Teilweise wiedersprechen sie sich sogar. In einigen Veröffentlichungen ist mittleweile AVO weniger riskant als GVO. Früher war es generell anders herum. Für den Einzelfall besagen diese Zahlen rein gar nichts.

Ich kann als Pechvogel bereits beim allerersten AO Kontakt infiziert werden.

Manche Leute haben hunderte von Risikokontakten und es passiert gar nichts.

Was für Schlussfolgerungen ziehe ich daraus? Die Gelehrten wissen immer noch viel zu wenig. Es ist angebracht vorsichtig zu sein, aber Panik ist ebensowenig sinnvoll. Da ich mich vor einigen Jahren entschlossen habe sehr viel GVO mit wechselnden Partnern zu praktizieren gehe ich bewusst Risiken für Leib und Leben ein. Ähnlich als ob ich Rennwagen fahren oder Freiklettern praktizieren würde.

Allerding macht es Sinn die Gefahren möglischst gut zu kennen und diese auf ein individuell vertretbares Maß zu reduzieren. Dies durch Hygienemaßnahmen, einer fast monatlichen medizinischen Untersuchung und dem Verzicht auf besonders riskante Praktiken. Mehr kann ich nicht tun, solange ich von diesem Hobby nicht lassen kann.
Zuletzt bearbeitet von giovanni am 16.02.2015, 09:56
..........
Vielen Dank für die Antworten. Also kann ein HIV-positiver Mann ein gesundes Baby zeugen , und dabei mit Glück auch seine Partnerin nicht anstecken?
Bei den Zahlen müssen alle RTC Dienstleisterinnen HIV positiv sein. Nach den regelmäßigen Tests ist dem aber nicht so.

Irgendwo liegt der Fehler ...
Hab jetzt kapiert, dass "RTC" eigentlich einen bestimmten Betreiber von FKK-Clubs bezeichnet, bei denen AO nicht unüblich ist ("RTC-Kette").

Wenn ich dich richtig verstehe, lassen sich die DL dort regelmäßig testen, und die Tests zeigen, dass nicht alle positiv sind.
Meinst du nun, dass dies im Widerspruch zu den veröffentlichten Ansteckungswahrscheinlichkeiten steht?
Ich sehe da bisher keinen Widerspruch, was meinst du genau? Kennst du da Zahlen, wie oft dort ein Test positiv ausfällt?

Bei den Zahlen oben fehlt übrigens ein Wert, der in diesem Zusammenhang interessant ist, ich zitiere hier sinngemäß die oben angegebene Seite:
"GVO mit positivem Partner, für die Frau: je Kontakt 0,05 % - 0,15 %"
Die obere Grenze erscheint mir im Vergleich zur Ansteckungsrichtung Frau->Mann (bis 5,6%) überraschend niedrig.
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