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Wie Anonymität sicherstellen?

Gestartet von neuer_nutzer · 21.04.2015 · 124 Beiträge · 52.318 Aufrufe

Beiträge
(Indien und ich glaube Saudi Arabien)
Ja, Saudi Arabien hatte BlackBerry mit einem Verkaufsverbot belegt und auch die Einreise mit einem BB war kurzeitig nicht mehr möglich. Musste man am Zoll abgeben und bekam es erst bei der Ausreise wieder. Kommunikationsdaten (Telefonverbindungen) müssen daher auf Nachfrage freigegeben werden. Hatte u.a. damit zu tun, dass vermehrt Terroranschläge über BB und den BlackBerry Messenger (BBM) geplant wurden. Der Rest der Daten bleibt weiterhin verschlüsselt.

Dämlicherweise so stark, dass man nichteinmal seine eigene SD-Karte entschlüsseln kann, wenn man z.b. das BB platt macht und komplett neu aufspielt. Hat man die Karte zuvor nicht über das Gerät encodiert, (weil man es mal wieder eilig hatte) ist der Inhalt für immer verloren, da der Schlüssel auch bei einem Backup nicht mit übertragen wird. Spreche leider aus Erfahrung. :D
Zuletzt bearbeitet von lonewolf am 25.04.2015, 11:35
vorstellbar, ein Smarthpone oder Tab mit Android ...zu betreiben, ohne das man von dem Nutzer persönliche Daten kennt?
Die Kollegen und du haben die meisten Voraussetzungen genannt. In der Praxis erfordert das viel Diziplin. Und dann ändert Google das Verhalten der Software (oder du installierst ein Update und passt nicht 100% auf), so dass es dein gesamtes Kontakteverzeichnis zu Google hochlädt. LOL. Wenn du nicht 100% die Welten getrennt hast, ist schnell klar, wessen Verzeichnis das war.
Die meisten Apps erstellen ein Bewegungsprofil, auch ohne GPS, dann eben über die Funkzellen. Hierbei wird natürlich auch die IMEI registriert. ... Gerade bei Android und IOS wird durch die Apps ja alles ausgewertet was nur irgendwie geht. Berechtigungen lassen sich oft nicht abschalten.
Für Android gilt: Richtig ist, dass viele Berechtigungen sich nicht ohne Weiteres ausschalten lassen. Aber dass die meisten Apps ein Bewegungsprofil erstellen, ist meiner Ansicht nach falsch, da die meisten Apps gar nicht die Orts-Informationen anfordern. Die meisten Apps fordern auch die "Telefon-Identität" (IMEI) nicht an. Aber es genügt natürlich, wenn nur eine einzige beides macht. Bild Damit sie ein Profil berichten kann, braucht sie auch noch Netzwerkzugang. Und da kann eine Firewall helfen.

Blöd auch, dass Apps sich im Prinzip ja selber eine ID-Nummer ausdenken können. Daher hilft es wenig, wenn die IMEI geheim bleibt. Vor Gericht hilft das vielleicht, aber Firmen und Behörden ist das vermultich egal.
Und ein auf ca. 1 km genaues Bewegungsprofil *könnte* auch eine App erstellen, die "nur" Internet-Zugang hat, aber keinen Zugang zu den Orts-Infos.
Daher ist Internetzugang die gefährlichste Fähigkeit. Kein Netz - Kein Ausplaudern.
Zuletzt bearbeitet von zeisig am 25.04.2015, 12:17 – Grund: Reaktion auf lonewolf hinzu

Für Android gilt: Richtig ist, dass viele Berechtigungen sich nicht ohne Weiteres ausschalten lassen. Aber dass die meisten Apps ein Bewegungsprofil erstellen, ist meiner Ansicht nach falsch, da die meisten Apps gar nicht die Orts-Informationen anfordern. Die meisten Apps fordern auch die "Telefon-Identität" (IMEI) nicht an.
Ist so nicht ganz korrekt. Wenn ich auf meinem Tablet (Samsung) eine AndroidApp installiere werden mir zwar die Berechtigungen angezeigt, welche die App einfordert, abstellen kann sie so gut wie nie. Allerdings habe ich auch festgestellt, dass gar nicht alle Berechtigungen aufgeführt sind. Viele sind wohl schon automatisch durch die Nutzung von Android selbst oder durch Google, bzw. den PlayStore über die Geschäftsbedingungen abgedeckt, so dass Apps dies nicht mehr explizit aufführen müssen.

Installiere ich nun die gleiche App auf dem BlackBerry, werden nämlich plötzlich wesentlich mehr Berechtigungen eingefordert als noch bei der Installation unter Android, da BB diese genau auflistet. Hier wird dann auch aufgelistet, welche App Zugriff auf die IMEI möchte und dies sind verdammt viele. Selbst simple Taschenrechnerapps verlangen nach IMEI, Zugriff aufs Telefonbuch und gar aufs GPS. Entziehe ich der App die Berechtigungen auf dem BB, laufen diese teilweise nicht mehr, bzw. stürzen direkt ab. Bei der Installation unter Android, wurden diese Berechtigungen allerdings nicht angezeigt. Ich gehe einfach davon aus, dass etliche Berechtigungen schon bei der Einrichtung des Phones durch Anklicken der zig verschiedenen Geschäftsbedingungen pauschal erteilt wurden.


Natürlich darf man nicht außer Acht lassen, dass i.d.R. diese Apps Bewegungsprofile erstellen um sich zu finanzieren und nicht um jemanden auszuspionieren. So kann dann Standortbezogene Werbung eingeblendet werden. Gespeichert ist es erstmal trotzdem. Zudem ist mir bei Android schon aufgefallen, dass Apps mir Restaurants in der Nähe meines Standortes angezeigt haben, obwohl GPS deaktiviert war. Demnach haben sie sich den Standort durch die Funkzelle gezogen.
Die Zeiten in welchen die Funkzellenortung einen Radius von ca. 1km hat, ist schon lange vorbei. Hast du vielleicht noch irgendwo in der tiefsten Walachei, aber ansonsten geht das mittlerweile auf wenige Meter genau, was u.a. im Falle eines Unfalls auch so gewollt ist.

Genauso wenig bringt es etwas wenn man seine Nummer abschaltet und z.b. bei der Polizei „anonym“ anruft. Die sehen die Nummer trotzdem, wie z.b. auch die Hotline deines Providers.
Zuletzt bearbeitet von lonewolf am 25.04.2015, 13:56
Deswegen nimmt man pdroid unter android, da kannste die ids einfach selbst eintippen (oder random) was die app bekommt.
warum. Erklär mal bitte. Ich bin zwar ausgesprochen vorsichtig, aber wirklich nicht paranoid...

wenn der heimische Rechner online ist, bekommen die Anbieter eine IP Adresse mitgeteilt. Selbst Programme wie Tor Anonym Surfen bieten keinen 100% Schutz und

wurden für Prozesse von Urheberrechtsverletzungen schon geknackt. Wenn der Rechner immer Offline ist, kann man sein anonymes Handy natürlich anschliessen.

Imei Nummern sind den Anbietern in Deutschland egal. Ein Dual-Sim Gerät hat z.b. 2 Imei Nummern. Selbst wenn die Imei Nummer häufig wechselt wird die Karte in der Regel nicht
gesperrt solange regelmäßig aufgeladen wird. Anders sieht es bei Benutzung von Skype, Tethering, Viber aus. Da wird gerne gesperrt. Auch wenn der Prepaid Nutzer sehr viel ins Ausland anruft über Billig-Vorwahlen. Im Ausland sieht das anderes aus. Da werden auch Geräte durch die Imei gesperrt. z.b. Türkei.
Selbst Programme wie Tor Anonym Surfen bieten keinen 100% Schutz und wurden für Prozesse von Urheberrechtsverletzungen schon geknackt.

Das stimmt. Tor ist schon lange nicht mehr anonym bzw. suggeriert dies nur noch und gibt schnell Daten raus. Die standen vor der Wahl, entweder Zwangsabschaltung oder öffnen. Haben sich dann für das Zweitere entschieden.
Ich habe mir den Thread komplett durchgelesen und stehe vor der Frage, warum oder wieso sollte man diesen Aufwand auf sich nehmen?

Geht es dabei wirklich nur ums anonyme blanke Vögeln oder sind hier einige dabei, die größere Gefahren für die Freiheit aufkommen sehen?

Wenn es nur um die Sorge vor einer Vaterschaft nach einem AO-Date, helfen sicherlich die bekannten und genannten Tricks (möglichst ohne Nr anrufen oder Ficktelefon, Kfz weiter weg parken usw). Wobei hier sicherlich die effektivste die eigene Sterilisierung ist, sofern Familienplanung abgeschlossen.

Alle weiteren Tipps, gerade in Bezug auf Smartphones/Tablets, haben einen leicht paranoiden Anstrich. Ist die Meinungsfreiheit schon so weit im Netz eingeschränkt, dass man zu solchen Maßnahmen greifen muss?

Wer wirklich anonym, im Sinne von unerkennbar, sein will, sollte sich einfach so natürlich wie möglich verhalten und nach Möglichkeit keine allzugroßen technischen Verschleierungsmethoden nutzen. Wer diese technischen Mittel, die hier im Thread genannt wurden, nutzt, sollte bedenken, dass nur eine Minderheit aller Internet- und Telefonienutzer in Deutschland diese Techniken kennen oder nutzen. Daher ist im Prinzip jeder auffällig, der sich z. B. mit Tor und VPN tarnen will. Also einfach unauffällig im Strom mitschwimmen, dürfte noch die sicherste Variante sein.
@AO-Kr Ich sehe das ja ganz ähnlich wie du. Ich selber bin auch nicht anonym unterwegs. Aber ich finde das Thema durchaus interessant. Mein Interesse gilt in erster Linie die Technik, mir macht es Spass mich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Dein letzter Absatz ist übrigens richtig gut. :)
Bedenken sollte man auch noch das man mit dem neuen Personalausweis unter Umständen seinen Fingerabdruck abgegeben hat.

Also am besten Handschuhe anziehen wenn man zu DLs geht. Nicht das noch jemand anhand eines angefassten Gegenstandes (Glas, Türgriff, Wasserhahn)

ausfindig gemacht wird.
warum oder wieso sollte man diesen Aufwand auf sich nehmen? ... Ist die Meinungsfreiheit schon so weit im Netz eingeschränkt, dass man zu solchen Maßnahmen greifen muss?
Für Otto Normalbürger in D nicht, denke ich. Den Aufwand muss nur auf sich nehmen, wer meint, aus eigenen Gründen so weit gehen zu müssen. Ich versuche nur, die Grenzen der Technik zu verstehen und zu vermitteln.
nach Möglichkeit keine allzugroßen technischen Verschleierungsmethoden nutzen.
Wenn ich bei irgendwelchen Behörden arbeiten würde, würde ich so argumentieren. "Ach bitte, macht uns doch die Arbeit nicht so schwer." ;) Unser Innenminister hat vor ein paar Wochen gefordert, dass die Dienste mitlesen können müssten. Das ist nah dran an einem Verbot, Verschlüsselung ohne Nachschlüssel für die Dienste zu verwenden. Ob das eine "größere Gefahr für die Freiheit" ist, muss jeder selbst wissen.
gar nicht alle Berechtigungen aufgeführt ... verdammt viele. Selbst simple Taschenrechnerapps verlangen nach IMEI, Zugriff aufs Telefonbuch und gar aufs GPS. ... Standort..., obwohl GPS deaktiviert war. ...Standort durch die Funkzelle. ... Funkzellenortung ...geht ...auf wenige Meter genau.
Welche Berechtigungen angezeigt werden, hängt von der Android-Variante ab. Es gibt auch Apps, die die Berechtigungen steuern können ("Permissions", "Autostarts", Root erforderlich). Ob die "meisten" Apps das machen, hängt natürlich davon ab, wie man "alle" definiert. Ich kenn nur die, die ich mal installiert habe (oder wenigstens die geforderten Berechtigungen angesehen). Die Gesamtheit im Store könnte schlimmer sein.

Mit "auf ca. 1 km" meinte ich nicht Funkzellenortung, sondern Ortung per IP-Adresse plus Laufzeiten, *ohne Mitwirkung des Geräts*. Klar, wenn der Internetzugang per Funkzelle ist, ist Funkzellenortung besser.
Deshalb ja NoScript, um JavaScript-Applikationen zu blockieren, die enttarnen auch meistens die TOR-User.
Hier kann sich jeder ein genaues Bild davon machen, wie es um ihn steht: ip-check.info/?lang=de
Natürlich muss man dann "Test starten" klicken. Keine Angst, keine Malware-Seite. Aber Angst vor eurer Nacktheit, die ihr vor Augen geführt bekommt, könnt ihr schon haben.
Danke für den Link
Hat jemand JonDoFox am laufen.
Der soll das Allheilmittel sein lt. dem Link :D
Jung hab ich zuhause :cool:
So wollte ich den Link übrigens nicht verstanden wissen, war nicht als Werbung intendiert. Es ging mir um den Hinweis auf den brauchbaren Test und die Informationen, die er liefert.
Hier mal ein etwas veralteter Clip zum Thema Handy & Datensicherheit... ist von 2012:


Hier gibt es einen interessanten aktuellen Beitrag zum Thema Vorratsdatenspeicherung:
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