Die haben niemanden geschickt, wir haben die Leute geholt, weil sie gebraucht wurden.
Und noch so ein armes Licht, das diese Geschichte immer noch glaubt. Dadurch dass sie von Politik, Medien und Schulen seit Jahrzehnten gebetsmühlenartig wiederholt wird, wird sie nicht wahrer.
Tatsache ist, dass der Wiederaufbau nach 1945 von den Deutschen - Einheimische und Heimatvertriebene aus den Ostgebieten - mehr oder weniger allein gestemmt wurde. Die Gelder aus dem Marshallplan waren anders als für Großbritannien, Frankreich oder Italien, die mehr als die Bundesrepublik bekamen, Kredite, die mit Zins und Zinseszins zurückgezahlt wurden. Von den Demontagen durch die Alliierten mal ganz abgesehen.
Tatsache ist ebenso, dass es im Zuge des Wirtschaftswunders zu einem Arbeitskräftemangel kam, in dessen Zuge Gastarbeiter in Süd- und Südosteuropa - Italiener, Spanier, Portugiesen, Griechen - angeworben wurden.
Tatsache ist wiederum, dass dieser Boom gegen Ende der 60er Jahre schon wieder am Abflauen war.
Eine andere Tatsache, die gerne verschwiegen wird, ist, dass sich die Türkei Mitte/ Ender der 60er Jahre in einer Situation befand, die sich mit der vergleichen lässt, wie man sie vor einigen Jahren in den arabischen Staaten Nordafrikas und des Nahen Ostens vorfand: Zuwenig Arbeit für zuviele vor allem junge Menschen.
Anders als heute, wo die daraus resultierenden Spannungen aus Sicht mancher Staaten durchaus gelegen kamen, konnten sich die USA in Zeiten des Kalten Krieges eine solche Situation in der Türkei, der NATO-Südflanke, nicht leisten. Die NATO-Südflanke, wo die USA "Atomraketen" stationiert hatten, worauf die UdSSR mit der Stationierung selbiger welcher auf Kuba reagierte, was dann zur allseits bekannte Kuba-Krise führte, wobei die Vorgeschichte dabei gerne ausgeblendet wird.
Zurück zum Thema: Also was machen, um den Druck abzulassen? Ganz einfach. Man hat da doch in der Mitte Europas eine wirtschaftlich prosperierende, erweiterte Besatzungszone. Sollen die doch zusehen, ob sie die nicht irgendwie unterbringen können. Gesagt getan.
Cui bono? Den USA, da die Türkei stabilisiert war. Dem türkischen Staat, da das Arbeitslosenproblem zumindest entschärft wurde und die Gastarbeiter fleißig Devisen in die Heimat schickten. Zumindest zeitweise der deutschen Wirtschaft, die mit billigen Arbeitskräften Wirtschaftszweige am Leben halten konnte, die ansonsten nicht mehr rentabel gewesen wären ... was sich später rächte, da man so in vielen Bereichen dringend notwendige Modernisierungen aufschieben konnte oder zumindest meinte, dass dem so wäre.
Darüber hinaus wird auch gerne verschwiegen, dass seit Anfang der 70er Jahre ein Anwerbestopp für Arbeitskräfte aus der Türkei herrscht. Von den Kohlschen Rückkehrprämien in den 80ern mal ganz zu schweigen.
Sämtliche Aussagen der Kunstfigur "Doctordick" spiegeln nicht notwendigerweise Ansichten und Meinungen des Verfassers wider und sind als Gesamtkunstwerk zu betrachten. Handlungen und Personen in den "Berichten" der Kunstfigur "Doctordick" sind frei erfunden; jegliche Ähnlichkeit mit lebenden oder verstorbenen Personen wäre rein zufällig und in keiner Weise beabsichtigt; Personen, die meinen, in diesen sogenannten "Berichten" vorzukommen, sind nicht gemeint.